irrtümlich wird Tantra oft einseitig mit Sex gleichgesetzt. Diese falsche Perspektive ist entstanden, weil alle Religionen die Sexualität ausgeklammert, verdrängt oder zumindest als etwas dargestellt haben, das beherrscht werden muss.


Tantra bedeutet aber eine tiefe, vollkommene Annahme des Lebens mit allem, was dazu gehört und zum Leben gehört zentral auch die sexuelle Energie. Das ursprüngliche tantrische Wissen akzeptiert die Tatsache, dass man sich von diesem Energiefluss nicht trennen kann, weil man selbst ein Teil davon ist.

Und doch haben wir alle versucht, uns von diesem Fluss abzusondern und uns innerlich versteift und absterben lassen. Dies trifft nicht nur auf die Sexualität zu, sondern auf unsere Fähigkeit zu spüren, zu fühlen, zu empfinden. Jedes bewusste Sinnes-Erlebnis berührt gleichzeitig auch den sexuellen Fluss und deshalb haben wir unsere Körper zu beherrschen gelernt. Was die Kirchen heute nicht mehr vermögen, bewirken Schnelllebigkeit, Fast-Food, Abstumpfung durch Überflutung von Bildern, Schönheitswahn, Leistungsdruck.

Wir hüten uns vor Berührungen, weil diese zum Ausdruck von Sexualität geworden sind.
Man kann in einem vollen Bus stehen und viele Menschen gleichzeitig berühren, ohne irgendeinen Kontakt aufzunehmen. Die Körper stehen dicht gedrängt beieinander, aber die Seelen sind zurückgezogen. Würde uns jemand in dieser Ansammlung von Menschen wirklich berühren, wären wir empört.

Wir schütteln jemandem die Hand, ohne ihn zu berühren. Wir ergreifen seine Hand und ziehen uns gleichzeitig zurück. Wir halten uns heraus, als ob uns ein totes Ding gegenüber stünde. Es findet keine echte Berührung statt.


Eine echte Berührung geschieht da, wo wir mit unserer ganzen Seele berühren, da, wo wir uns selbst nicht zurückhalten. Dies ist es, was die Dakinimassage geben will. Unsere Massagetechnik ist das Handwerkszeug, ohne das es nicht geht. Aber eine noch so perfekte Massage kann ein schales Gefühl hinterlassen, wenn man nicht wirklich berührt worden ist. Wirklich berühren kann ein Masseur oder eine Masseurin nur, wenn sie ganz in ihre Hände hineingeht, wenn sie als Mensch in gleichsam ihre Hände bewohnt, wenn sie mit Leib und Seele vorort ist.

Dazu gehört auch derjenige, der sich berühren und massieren lässt. Ist er bereit, zu empfangen, sich empfindsam und verletzlich zu machen? Ist er bereit, seine Sinne zu öffnen, den Geschmack auszukosten, feinfühlig und lebendig zu werden?

Die Sinnlichkeit voll auskosten 

Und hier kommt wieder die Verbindung zur sexuellen Energie: jedes Erlebnis der Sinne kann zugleich ein sexuelles Empfinden bewirken. Wenn dieses ausgespart bleibt, können wir die Sinnlichkeit nicht voll auskosten. Dies ist es aber, was die Dakini-Tantramassage möchte: Das volle Auskosten des sinnlichen Erlebens, die tiefe und uneingeschränkte Annahme der eigenen Körperlichkeit, ein Mehr an Lebendigkeit und Fülle durch echte Berührung und das Geniessen der eigenen sexuellen Lust.

Genau das wünscht Ihnen Ihr Dakini-Team Neuen Jahr! 

Sei Mann. Sei Frau. Sei Mensch. Sei Du.

Zurück zur News-Übersicht