Atmen?

Wie fühlen Sie sich, beim ersten Anblick einer wunderschönen Landschaft, beim Aussteigen aus dem Auto in der Bergwelt, oder beim Heraustreten auf den Balkon mit dem Blick auf einen wunderschönen Garten? Was tut Ihr Körper? Genau: er hat durchgeatmet. Er hat einen tiefen, zufriedenen Atemzug getan.


Obwohl er das zentralste an unserem Leben ist, sind wir uns unseres Atems selten bewusst. Egal, was passiert im Leben, ob wir jung, alt, krank, gesund, traurig, verzweifelt oder begeistert sind, ob wir lieben oder verlassen werden, ob wir erfolgreich sind oder erfolglos – eines ist sicher: zwischen Geburt und Tod atmen wir. Der Atem ist der Mechanismus des Lebens und das Leben ist tief mit dem Atem verbunden.

Im Laufe des Lebens wird bei den meisten Menschen der Atem immer flacher. Durch negative Erlebnisse oder Erfahrungen von Angst haben wir uns angewöhnt, flacher zu atmen. Wir müssen bestehen im Leben, wir müssen die Dinge unter Kontrolle haben. Wir sind so sehr daran gewöhnt, flach zu atmen, dass wir das auch noch tun, wenn wir es nicht müssten, wenn wir eigentlich loslassen könnten. Wir haben Angst davor, ganz zu empfinden. Die komplette Bandbreite von Möglichkeiten, das Leben zu empfinden und zu spüren macht uns gewohnheitsmäßig und oft unbewusst Angst. Deshalb atmen wir nur minimal, nicht maximal. Insbesondere auch wenn wir lieben, haben wir Angst davor, verletzbar zu sein. Dies lässt uns unseren Atem nicht entspannen und wir können nicht mit fließen mit der Liebe.

Der tiefe spontane Atemzug beim Anblick der Natur, des Meeres oder in der frischen Luft der Berge kommt unbewusst direkt aus dem Körper. Man hat für einen Augenblick das Gefühl von Freiheit, man fühlt sich weit weg von den Anforderungen und Sorgen des Alltags. Für einen kleinen Augenblick berühren wir unsere eigene Mitte. Dieser dauert zwar nicht lange, deshalb haben wir ihn auch schon vergessen. Trotzdem: in dieser einen Sekunde haben wir unser Zentrum, unsere Freiheit gespürt, waren für eine ganz kurze Zeit bei uns selbst angekommen.

Aus diesem Grund haben wir in unsere Massage so genannte „Atemöffner" integriert. Das sind Massagegriffe, die unwillkürlich durchatmen lassen, die eine Öffnung bewirken wollen. Sie müssen nichts Besonderes machen, schon gar keine Atemtechnik anwenden. Es geht von selbst. Diese Öffnung ist ein Weg in Ihre eigene Mitte – denn nur aus Ihrem Zentrum heraus kann tiefe Entspannung und Erholung stattfinden. Im Spüren Ihrer eigenen Freiheit, Ihres Körpers und Ihrer Empfindungsfähigkeit können Sie auftanken.

Nur wenn der Atem auch in den Unterleib geht, bekommt das Sex-Zentrum Energie. Dadurch kann die sexuelle Energie auftauen, das sexuelle Spüren wird lebendiger, aktiver. Man kann fast sagen, der Atem massiert das Sexual-Zentrum von innen. Da unsere Zivilisation seit jeher Angst vor der Sexualität hat, ist dieser Teil des Körpers am wenigsten durchlebt und „beatmet". Wir wurden von Kindesbeinen an erzogen, der Unterleib sei schlechter als der Kopf. Für viele von uns war der Unterleib in der Erziehung gar nicht existent. Wir sollten ihn wiederbeleben, aber nicht durch Sexsucht sondern durch bewusstes Spüren. Und Spüren ist immer Atmen.
So will unser Dakini – Motto letztlich auch zu einem tiefen Durchatmen anregen. Ein Durchatmen, das aus der Freiheit entsteht, ganz sich selbst zu sein:
Dakini – Sei Mann. Sei Frau. Sei Mensch. Sei Du

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