Tausend unmögliche Wege, das Glück zu finden....
....das ist der Untertitel von Konstantin Weckers Buch "Die Kunst des Scheiterns", das ich letzte Woche gelesen habe.

Es gibt kein Leben ohne Scheitern, wer niemals scheitert ist schon tot oder lebt ein so reduziertes Leben, welches man auch scheintot nennen könnte.

Das Gegenteil davon erzählen uns die Medien. Gefeiert wird, wer gewinnt. Geliebt wird, wer siegt und dies möglichst über die anderen. Gehört wird, wer Erfolg hat. Gefragt ist, wer sich durchsetzt.

Die Gescheiterten werden nicht gefragt, sie sind nicht die Subjekte, sondern allenfalls die Objekte der Berichterstattung. Es wird nicht mit ihnen geredet, sondern über sie. Und das oft mit sadistischem Genuss.
So wird uns täglich eingeflüstert, nur das Siegen, das Erfolg haben, das "Richtig-Sein", das Reüssieren, das Karriere-machen sei das eigentliche Leben. Nur wer es gut macht, gehört dazu. Scheitern ist etwas für Looser, Scheitern und Misserfolg sollten nicht vorkommen im Leben.


Und so ist es ja auch: wir wollen sie nicht, unsere Probleme.

Im Dakini haben wir es nun mal mit der Sexualität zu tun, deshalb bekommen wir ab und zu mails von Menschen, die mit ihrer Sexualität nicht zurande kommen: zu frühe Ejakulation, gar keine Ejakulation, Orgasmusprobleme, frisch getrennt und einsam, Liebe, die nicht beantwortet wird, kein Sex mehr in langjährigen Beziehungen und noch manche andere Themen: Geschichten vom Missglücken. Zwar kann man in allen Lebensbereichen wunderbar Schiffbruch erleiden aber an der Sexualität und der Liebe zu leiden ist ein tiefer Schmerz über den man oftmals nicht einmal sprechen darf.

Dabei sind es -auch wenn wir es ungern so sehen- genau diese Momente des Nicht-Gelingens die uns helfen könnten, tieferes Glück zu finden. Wir werden angeregt, uns mit den Themen auseinander zu setzen, wir müssen Vertrauen in uns selbst erlernen und in unsere Fähigkeit das Leben immer wieder gelingen zu lassen. Denn genau diese Fähigkeit ist in jedem - wirklich jedem - Menschen verborgen: die Fähigkeit, das Leben trotz allem und immer wieder gelingen zu lassen. Fehlschläge, Niederlagen, Krankheiten, Trennungen, Misslingen - das sind die Zutaten dazu: wenn wir sie annehmen als Möglichkeiten, werden wir ein Stück tiefer eingetaucht sein in die Lebendigkeit, wir werden etwas feiner in unseren Anschauungen, wir werden sensibler für uns und andere. Und was anderes ist "sensibel": Das Leben wird ein Stück spürbarer, wir werden wacher und durchlässiger dafür.

Konstantin Wecker möchte ich nochmals zitieren mit seinem Text:

Verpfuschtes Leben
Immer ist Ort und Stunde
Immer bist Du gemeint
Und es ist jede Wunde
Einmal zu Ende geweint

So viele Schritte gegangen
egal wohin sie geführt
Hauptsache angefangen
ab und zu Leben gespürt

Immer ist wieder und weiter
Immer - das bist Du
Die Tore öffnen und heiter
schreitet der Tag auf Dich zu.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen viel Erfolg und als Würze des Lebens auch ab und zu Scheitern mit Würde.
Ihre Lea Söhner

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